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Kupfer(I)-oxid

Auszug aus:
Datenblatt

Kupfer(I)-oxid: Charakterisierung, Grenzwerte, Einstufungen

Kupfer(I)-oxid wird auch Dikupferoxid, Kupferoxydul oder braunes Kupferoxid bezeichnet und kommt in der Natur mineralisch als Cuprit vor.
Es handelt sich um ein feuchtigkeitsempfindliches, gelbes bis rotbraunes Pulver, das an feuchter Luft zu Kupfer(II)-oxid oxidiert wird.
Der Stoff ist praktisch unlöslich in Wasser, aber löslich in verdünnten Säuren sowie in Ammoniakwasser (Komplex­bildung).
Kupfer(I)-oxid ist ein Ausgangsstoff für verschiedene Kupferverbindungen. Als Pigment wird es zur Rotfärbung von Glas und Email benutzt.
Es wird als Katalysator in der Galvanotechnik, in der Herstellung von Gleichrichtern sowie zur Entgiftung von Abgasen aus Autos, Raffinerien, Hochöfen usw. verwendet.
Desweiteren wird es in fäulnishemmenden Unterwasser­anstrichen von Schiffen einge­setzt sowie als Fungizid in Bananen- und Kakaokulturen.
Schmelzpunkt: 1232 °C
Ab 1800 °C Zersetzung.
Kupfer(I)-oxid
Grenzwertvorschlag der DFG-Senatskommission, der als Beurteilungsmaßstab herangezogen werden kann: 0,01 mg/m³ gemes­sen in der alveo­len­gängigen Fraktion.
Der Grenzwert bezieht sich auf den Metall­gehalt als analy­tische Berech­nungs­basis.
Der Grenzwertvorschlag ist rechtlich nicht bindend. Er sollte jedoch als Beurteilungsmaßstab berücksichtigt werden. Rechtlich bindend muss auf jeden Fall mindestens der Allgemeine Staubgrenzwert eingehalten werden.
Der Allgemeine Staubgrenzwert setzt sich aus den Grenzwerten für A- und E-Staub zusammen:
A-Staub (alveolengängige Fraktion): 1,25 mg/m³ (basie­rend auf einer mittleren Dichte von 2,5 g/m³)
E-Staub (einatembare Fraktion): 10 mg/m³ (dichte­un­ab­hängig)
Spitzenbegrenzung: 2 (II) Das Produkt aus Über­schreitungsfaktor und Überschreitungsdauer muss eingehalten werden: ÜF 2 x 15 min = 30 min. Dabei sind auch längere Überschreitungsdauern zulässig, der ÜF darf nicht überschritten werden.
TA Luft (2002): (Nummer 5.2.2) Klasse III, d.h. der Massen­strom von 5 g/h oder die Massen­konzentration von 1 mg/m³ im Abgas (angegeben als Kupfer) darf nicht über­schritten werden.
Beim Vorhandensein von mehreren Stoffen sind die wei­teren Fest­legungen der TA Luft hin­sichtlich maxi­maler Massen­ströme und -konzen­tration im Abgas zu beachten.
WGK: 3 (stark wassergefährdend), Kenn-Nr.: 7116
Bei der WGK handelt es sich um eine gemäß AwSV im Bundesanzeiger veröffentlichte Angabe.