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Kieselsäure, amorph

Auszug aus:
Datenblatt

Kieselsäure, amorph: Charakterisierung, Grenzwerte, Einstufungen

Kieselsäure, amorph wird auch als Kieselsäure, nichtkristallin; Siliciumdioxid, kolloidal oder Silica, amorph bezeichnet. Auch andere reine Siliciumdioxid-Formen, wie z.B. pyrogene Kieselsäure, Kieselgel oder Kieselglas fallen unter diese Bezeichnung.
Es handelt sich um ein amorphes, weißes, geruchloses Pulver, das unlöslich in Wasser und organischen Lösungsmitteln aber feuchtigkeitsanziehend ist.
Dieses Datenblatt bezieht sich ausschließlich auf natürlich vorkommende oder künstlich hergestellte (z.B. durch Fällung oder thermische Verfahren) amorphe Kieselsäure.
Kieselrauche und Kieselsäuren mit kristallinen Strukturen weisen ein anderes Gefährdungspotenzial auf.
Verwendet wird amorphe Kieselsäure als Hilfsstoff bei der Herstellung von Lacken, Farben und Klebstoffen, wobei die Veränderung des Fließverhaltens (Thixotropie) durch amorphe Kieselsäure ausgenutzt wird.
Amorphe Kieselsäure wird z.B. zum Thixotropieren von ungesättigten Polyesterharzen (UP-Harze) und Epoxidharzen verwendet. Darüber hinaus wird sie als Füllstoff in der Gummiindustrie eingesetzt.
Handelsnamen sind z.B. Einzelprodukte der Pro­dukt­reihen Aerosil, Cab-O-Sil, Sipernat, Ultrasil, Vulkasil.
Schmelzpunkt: 1710 °C
Siedepunkt: 2230 °C
Kieselsäure, amorph
Arbeitsplatzgrenzwert (AGW): 4 mg/m³ gemessen in der einatembaren Fraktion
Bemerkung Y (TRGS 900): Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Ein­haltung der Grenz­werte (AGW und ggf. BGW) nicht be­fürchtet zu werden.
TA Luft (2002): (Nummer 5.2.1), d.h. die im Abgas enthaltenen staub­förmigen Emissionen dürfen ent­weder den Massen­strom von 0,20 kg/h oder die Massen­konzen­tration von 20 mg/m³ nicht überschreiten.
Auch bei Einhaltung oder Unterschreitung eines Massen­stroms von 0,20 kg/h darf im Abgas die Massen­konzentration von 150 mg/m³ nicht über­schritten werden.
Für bestimmte Anlagen (zur Her­stellung von Klebe­mitteln) sind an­lagen­spezi­fische Bestimmungen nach Nummer 5.4 zu beachten.
Die staubförmigen Emissionen (Gesamt­staub) dürfen die Massenkonzentration von 10 mg/m³ nicht überschreiten.
Für Anlagen zur Herstellung von Anstrich- oder Beschichtungsstoffen (Lasuren, Firnis, Lacke, Dispersionsfarben) oder Druckfarben gilt zusätzlich (Nummer 5.4.4.10):
Die staubförmigen Emissionen (Gesamt­staub) dürfen die Massenkonzentration von 10 mg/m³ nicht überschreiten.
WGK: nicht wassergefährdend, Kenn-Nr.: 849